Sing and Sign

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BACH – mit den Augen hören

Eine Konzertreihe des Ensembles SING AND SIGN

WAS UND WER?

Johann Sebastian Bach hat gesagt:
„Mit aller Musik soll Gott geehrt werden und alle Musik soll die Menschen erfreuen.“
Doch für hörgeschädigte Menschen ist seine Musik, die einen wesentlichen Teil unserer Kultur ausmacht, kaum zugänglich. Um dem etwas entgegenzusetzen, gründete die Sopranistin Susanne Haupt das Ensemble „SING and SIGN“, bestehend aus hörenden SängerInnen und hörgeschädigten Akteuren, mit dem sie gemeinsam Werke von J.S. Bach, wie die Johannes-Passion oder einige Kantaten, audiovisuell mit Hinzunahme von Gebärden zur Aufführung bringt. Zusammen mit einem Barock- Orchester unter der musikalischen Leitung von Thomas Stadler und des Pantomine Regisseur Lionel Ménard. Mit einem Teil der Konzerteinnahmen wird die Gehörlosengemeinschaft unterstützt.

WIE?

Die Texte werden in Zusammenarbeit mit hörgeschädigten Gebärdensprachlern und Gebärdensprachdolmetschern in die Deutsche Gebärdensprache übersetzt und erlernt. Die Schwierigkeit dabei ist, dass sich die Gebärdensprache in Satzbau und Stellung von der Grammatik der gesungenen Lautsprache unterscheidet.

Die mehrstimmigen Chöre werden deshalb von den Sängern*innen in deutscher Grammatik mit den Gebärden der deutschen Gebärdensprache so DGS-nah wie möglich gebärdet.  Denn die SängerInnen wollen aus Respekt für diese Kultur mit der Gebärdensprachgemeinschaft im Bereich Musik direkt kommunizieren, auch wenn sie Sprachanfänger sind. Dabei wird auch der komplexe musikalische Aufbau von Bachs Kompositionen visualisiert. Mit dem Verwenden der Gebärden soll die Musik sichtbar und greifbar gemacht werden um damit wiederum etwas an diejenigen zurückzugeben, von denen sie die Sprache lernen. So kann zwischen Musikkultur und Gehörlosenkultur ein Austausch fließen.

Einige Arien und Choräle als auch die Rezitative des Evangelisten (rezitiert die Erzählpassagen) werden parallel zu Darbietung der SängerInnen von Muttersprachlern in Deutscher Gebärdensprache dargestellt. Dort werden zum einen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Grammatik der Lautsprache und der Grammatik der Gebärdensprache genau sichtbar und zum anderen die Unterschiede zwischen den Sprachanfängern und den Muttersprachlern. Besonders erfüllend empfindet das Ensemble die Momente, in denen Sänger*innen und gehörlose Akteure abschnittsweise gemeinsam gebärden. Denn die Vorstellung, dass die SängerInnen ausschließlich musizieren und die Hörgeschädigten daneben gebärden, ist für das Ensemble ein Bild der Trennung und nicht des Verbindenden.

FÜR WEN?

Der Gebärdensprachgemeinschaft soll durch die Übersetzungen und Verbildlichung Einblick die Sprache und Kultur der Musik gegeben werden. Insbesondere soll ein Zugang zu den musisch herausfordernden, komplexen Kompositionen Bachs und die historisch, christlich und zum Teil auch schwer verständlichen Inhalte ermöglicht werden. Es ist ein Mix aus Lautsprache, DGS und DGS-nahen Übersetzungen, was wiederum der Heterogenität der Gehörlosengemeinschaft entspricht. Bei rein instrumentalen Parts visualisieren die SängerInnen die Parameter der Musik nonverbal. Auch szenische Darstellung und Interaktion mit dem Publikum sind Teil der Aufführungen. Damit Konzertbesuche weitestgehend barrierefrei ermöglicht werden, wird der Inhalt auf also auf 3 Ebenen kommuniziert: die Handlung wird von Muttersprachlern in DGS interpretiert, szenisch und mit DGS- naher Übersetzung von den SängerInnen selbst dargestellt und der Text ist im Programmheft einsehbar.

Hörende werden durch die Visualisierung mittels Gebärden im differenzierten Hören der einzelnen Stimmen unterstützt. Dem hörenden Publikum soll ein Blick in die Sprache und Kultur der Hörgeschädigten gegeben werden, aber auch auf Isolation, Unverständnis und Audismus, also Diskriminierung von Hörgeschädigten, aufmerksam gemacht werden, die zumeist durch Kommunikationsbarrieren und damit Unwissenheit entstehen. Das  Erlernen der DGS von Hörenden soll ein Schritt auf eine kleinere, aber besondere Kulturgemeinschaft sein. Denn die Mehrheitsgesellschaft sollte nicht aus der Überlegenheit der Masse heraus erwarten, dass andere Sprach- und Kulturgemeinschaften, unabhängig welcher Nation, ihre Sprache verstehen und sich dieser vollständig anpassen.

WARUM?

Die Intention dieses Projektes ist das Verbinden zweier Kulturen, die in einer Welt leben. Es soll ein Gewinn für hörende und hörgeschädigte Menschen sein, so wie es auch innerhalb des Ensembles der Fall ist. Es soll einen Perspektivwechsel für beide Seiten angeregt werden, Barrieren ab und Brücken aufgebaut werden um auf aufeinander zuzugehen und sich auszutauschen und sich dadurch besser kennen und verstehen zu lernen, füreinander zu öffnen und das Verbindende in den Fokus zu stellen.

BACH – hear with your eyes

A concert series by the ensemble SING AND SIGN

WHAT AND WHO?

Johann Sebastian Bach said:
“God should be honored with all music and all music should please people.”
But his music, which is an essential part of our culture, is hardly accessible to the hearing impaired. To counter this, the soprano Susanne Haupt founded the ensemble “SING and SIGN”, consisting of listening singers and hearing-impaired actors, with whom she collaborated with works by J.S. Bach, like the Johannes Passion or some cantatas, performs audiovisually with the addition of gestures. Together with a baroque orchestra under the musical direction of Thomas Stadler and the pantomine director Lionel Ménard. The deaf community is supported with part of the concert revenue.

HOW?

The texts will be translated and learned in German sign language in collaboration with hearing impaired sign language interpreters and interpreters. The difficulty here is that the sign language in sentence structure and position differs from the grammar of the sung spoken language.

The polyphonic choirs are therefore signed by the singers in German grammar with the gestures of the German sign language as close to the DGS as possible. Because out of respect for this culture, the singers want to communicate directly with the sign language community in the field of music, even if they are beginners. The complex musical structure of Bach’s compositions is also visualized. By using the gestures, the music should be made visible and tangible in order to give something back to those from whom they learn the language. An exchange can flow between music culture and deaf culture.

Some arias and chorals as well as the recitatives of the evangelist (reciting the narrative passages) are presented in parallel with the performance of the singers by native speakers in German sign language. On the one hand, the differences and similarities between the grammar of the spoken language and the grammar of the sign language are clearly visible, and on the other hand, the differences between the language beginners and the native speakers. The ensemble finds the moments in which singers and deaf actors to act jointly in sections particularly fulfilling. Because the idea that the singers only make music and that the hearing-impaired also sign, is for the ensemble a picture of separation and not of the connecting.

FOR WHOM?

The sign language community is to be given insight into the language and culture of music through translations and visualization. In particular, access to Bach’s musically challenging, complex compositions and the historical, Christian and sometimes difficult-to-understand content should be made possible. It is a mix of spoken language, DGS and DGS-related translations, which in turn corresponds to the heterogeneity of the deaf community. In purely instrumental parts, the singers visualize the parameters of the music non-verbally. Scenes and interaction with the audience are also part of the performances. So that concert visits are made as barrier-free as possible, the content is communicated on three levels: the story is interpreted by native speakers in DGS, staged and translated with DGS-related translation by the singers themselves and the text can be viewed in the program.

Listeners are supported by the visualization using gestures in the differentiated hearing of the individual voices. The audience should be given a glimpse into the language and culture of the hearing impaired, but also attention should be drawn to isolation, incomprehension and audism, i.e. discrimination against the hearing impaired, which mostly arise due to communication barriers and thus ignorance. Learning the DGS from listeners should be a step towards a smaller but special cultural community. Because the majority society should not expect from the superiority of the masses that other language and cultural communities, regardless of their nation, understand their language and adapt completely to it.

WHY?

The intention of this project is to connect two cultures that live in one world. It is said to be a benefit for hearing and hearing impaired people, as is the case within the ensemble. A change of perspective should be encouraged for both sides, barriers and bridges built up in order to approach and exchange ideas and thereby get to know and understand each other better, to open up for each other and to focus on what connects.

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